Pornosucht: Die Neurowissenschaft enthüllt, wie Internetpornos den realen Sex „übertrumpfen“ können…

In diesem Artikel fehlen noch Bilder, weil Urheberrechtsfragen erst geklärt werden müssen. Darüberhinaus verweisen alle Links auf englische (noch nicht übersetzte) Quellen. Abgesehen davon ist der Artikel vollständig :-)

Quelle: http://yourbrainonporn.com/why-do-i-find-porn-more-exciting-partner
Geschrieben von Gary Wilson und… am Dienstag, dem 17. Januar 2012 um 11:34 örtlicher Zeit

Es ist für mich sehr schwer, eine Erektion zu erreichen, wenn ich versuche, Geschlechtsverkehr zu haben. Ich brauche ungefähr 20 Minuten oder so, um ihn zum Stehen zu bringen. Das ist wirklich peinlich. Aber wenn ich mich hinsetze und mir „meine Pornos“ ansehe, dann steht er fast auf der Stelle.“ Von einem Pornonutzer in seinen 20er Jahren

Sind Sie jemand, der intensiv Pornos benutzt und der während des „Liebe Machens“ nicht bei jedem Mal („reproduzierbar“) fähig ist, eine Erektion zu erreichen  oder aufrecht zu erhalten oder eine reale Partnerin zu penetrieren? Oder fühlen Sie nicht „besonders viel“? Oder können Sie nur schwer zum Orgasmus gelangen? Wenn Ihr Arzt organische Gründe für diese Probleme ausgeschlossen hat, dann ist es wahrscheinlich, dass er oder sie Ihnen (einfach) eine Packung Viagra in die Hand drücken wird und Sie zu einer therapeutischen Beratung zum Thema „Sexualstörungen“ schicken wird. Die (diesbezügliche) medizinische Annahme lautet (nämlich), dass Ihre Probleme psychologischer Natur sein müssen („sexuelle Leistungsangst“) und nicht körperlicher Art. Denn schließlich sei Ihr Penis körperlich gesehen gesund, wenn Sie fähig sind, ihn durch die Pornos zum Stehen zu bringen.

Doch es gibt eine zunehmende Anzahl von Beweisen (Growing evidence, Link), die nahe legen, dass das Problem tatsächlich „in Ihrem Kopf“ liegt, und nicht in Ihrem Penis…aber die Beweise deuten auch darauf hin, dass das Problem hauptsächlich körperlicher (und nicht psychischer) Natur ist. Genauer gesagt ist es so, dass (sexuelle) Überstimulation zu „plastischen Veränderungen“ in Ihrem Gehirn geführt hat, was Ihre Reaktionsfähigkeit gegenüber (in dem Fall sexuellen) Genussreizen reduziert – und dennoch reagieren Sie gleichzeitig (auch) „hyperreaktiv“ auf Internetpornos. Diese mit Suchterkrankungen in Verbindung stehenden (Gehirn-)Veränderungen (addiction-related changes) nennt man Desensibilisierung (desensitization) und Sensibilisierung (sensitization). Beide zusammengenommen sind die Erklärung dafür, warum die Pornos „ihre Aufgabe erfüllen“ und Ihre „heiße Braut“ Sie nicht im selben Ausmaß sexuell stimulieren kann (wie die Pornos).

Bevor Sie (wegen dieser Dinge) in Panik geraten, sollten Sie wissen, dass diese Gehirnveränderungen offenbar rückgängig gemacht werden können – am einfachsten geht das bei „Kerlen“, die ihre Nervenverbindungen (im Gehirn) in der Vergangenheit bereits auf „realen Sex“ ausgerichtet haben, noch bevor es das Hochgeschwindigkeits(-Breitband-)Internet (in der heutigen Form) gab. „Kerle“, die damit aufhören, zu Pornos zu masturbieren, erlangen ihre sexuelle Reaktionsfähigkeit innerhalb von ein paar Monaten wieder zurück (within a few months) (oftmals nach einer ziemlich unangenehmen Entzugsphase (0.withdrawal.pdf Link einfügen) und nach einer Phase der temporären Abwesenheit ihrer Libido (absence of libido):

(Alter 30 Jahre, Gesamtdauer der Enthaltsamkeit 4 Monate) „Aus der Perspektive des Neustart-Prozesses betrachtet mache ich spektakuläre Fortschritte! Jedesmal, wenn meine Freundin und ich „Liebe machen“ und wir uns liebkosen etc. werde ich „steinhart“ und das hält auch an. Ich mache mir jetzt einfach keine Sorgen mehr über die Funktionsfähigkeit meines Penis.“

Wenn es (sexuelle) Leistungsprobleme sind, die Sie plagen, dann machen Sie diesen einfachen Test (simple test). Haben Ihre Probleme möglicherweise etwas mit Pornos (bzw. mit Ihrem Pornokonsum) zu tun? Dann lesen Sie weiterhin auf dieser Seite (bzw. auf der englischen Seite www.yourbrainonporn.com) über die Veränderungen, die in Ihrem Gehirn vor sich gehen. Denn ansonsten könnten Sie irrtümlich den (Fehl-)Schluss ziehen, dass Sie kein Problem hätten, denn schließlich können Sie ja mit Pornos einen Orgasmus erreichen und dass das Problem (daher) in Ihrem eigenen Alkoholkonsum begründet liege oder im Verhalten oder dem Aussehen ihrer Partnerin, oder vielleicht alleine in ihren Angst- und Unruhegefühlen? Sie könnten dann (sinnlos) tausende US Dollar (bzw. Euro, Anm. des Üb.) für therapeutische Hilfe ausgeben oder Ihre Zuflucht in kostspieligen und zunehmend ineffektiver werdenden Drogen zur sexuellen Leistungsverbesserung (Anm. des Üb.: gemeint ist wohl Viagra und co.) suchen…und würden letzten Endes immer noch dem eigentlichen Problem gegenüberstehen:

„Ich hatte niemals ein Problem damit, durch die Pornos eine Erektion zu erreichen, aber wenn es zur „wirklichen Sache“ (zu realem Sex) kam, dann nahm ich (die Droge) „Cialis“. Im Lauf der Zeit nahm ich mehr davon und selbst dann gab es immer noch Zeiten, in denen die Droge nur teilweise eine Wirkung entfaltete. (Ich fragte mich:) WAS ZUM KUCKUCK (IST MIT MIR LOS)? Und doch kann ich durch die Pornos nach wie vor eine Erektion erreichen.“

Warum ignoriert „Mr. Happy“ „heiße Bräute“?

Mit Internetpornos ist es leicht, das eigene Gehirn (sexuell) „überzustimulieren“ (easy to overstimulate). Jede (neue) Suche (nach pornografischem Material), jedes neue Bild, jede überraschende visuelle Darstellung, jedes neue (Porno-)Genre und auch die sexuelle Erregung selbst, jeder einzelne dieser Faktoren setzt in Ihrem „Belohnungsschaltkreis“ im Gehirn (reward circuitry) Dopamin frei. Dopamin ist das „Benzin“, das Ihren Belohnungsschaltkreis antreibt und es bewirkt Dinge wie das Verlangen (nach etwas), die Vorfreude (auf etwas), den Drang, etwas zu tun und ganz besonders das Verlangen, irgendetwas Bestimmtes tun oder haben zu wollen.

Leider führt zuviel (dieser) Stimulation dazu, dass einige Gehirne sich selbst schützen (müssen), indem sie die Empfindlichkeit gegenüber Dopamin senken – und damit werden auch die damit verbundenen Genuss-Gefühle reduziert, (wenigstens) eine bestimmte Zeit lang. Wenn Ihr Gehirn das tut und Sie Pornos häufig und intensiv benutzen, dann hat Ihr Gehirn offensichtlicherweise niemals eine Chance, sich selbst auf seine „normale (sexuelle) Empfindlichkeit bzw. Empfindungsfähigkeit“ zurückzustellen. Sie stellen daher möglicherweise fest, dass Sie in zunehmendem Ausmaß extreme(re)s pornographisches Material konsumieren, um den betäubten Belohnungsschaltkreis im Lustzentrum Ihres Gehirns (wieder im selben Ausmaß wie früher) zu erregen.

Im Lauf der Zeit passt sich Ihr Gehirn dieser Situation durch messbare Verminderungen im Bereich der Dopaminsignale an. Sie wollen (zwar) mehr, erleben aber (im Gegenteil) eine Verminderung ihrer (sexuellen) Befriedigung. Dabei handelt es sich um einen Suchtprozess namens Desensibilisierung (Lesen Sie dazu auch 300 Vaginas = eine große Menge Dopamin). Aktuelle Forschungen bestätigen, dass dieses Phänomen in allen „verhaltensbasierten (behavioralen) Süchten“ wie Spielsucht, Eßsucht, Videospielsucht und Internetsucht (welche die Sucht nach Pornos mit einschließt) auftritt (gambling, food, video gaming, Internet addiction, cyber erotica addiction). Sobald man (in Bezug auf irgendeinen Reiz) desensibilisiert ist, ist die „Genussreaktion“ (gleichzeitig) bei allen so genannten „natürlichen Belohnungen“ „betäubt“ – was den Sex mit „heißen Frauen“ mit einschließt.

Ihr Belohnungsschaltkreis ist für Sie wie eine Art Barometer, das Ihnen anzeigt, „wie aufregend eine Sache ist“…d.h. also wenn die Dopaminsignale (das (in dem Fall sexuelle) „Verlangen“) schwach sind, dann sind (auch) Ihre Erektionen schwach ausgeprägt / träge. Eine Erektion geschieht nur dann, wenn die Dopaminsignale aus dem Belohnungsschaltkreis in den Hypothalamus (Anm. des Üb.: ein bestimmter Bereich im Gehirn) fließen (dopamine signals flow from the reward circuitry).

Warum (nur) hat „Mr. Happy“ Pornos lieber (als realen Sex)?

Wenn bei dieser „ganzen (hier auf dieser Internetseite besprochenen) Geschichte“ nur die Desensibilisierung eine Rolle spielen würde, dann wären die (ausgelösten) Erektionen (immer) schwach, egal, ob es sich bei dem auslösenden (sexuellen) Reiz um eine Frau, um Ihre (eigene) (sexuelle) Fantasie oder um Pornos handeln würde. Aber offensichtlicherweise k

ann das nicht der Fall sein, denn die Pornos bewirken ja (trotzdem) nach wie vor eine (entsprechend starke) Erektion. Wenn man versucht, mit den Pornos aufzuhören, dann ist es (sogar) tatsächlich so, dass sich der Einfluss, den sie auf einen haben, temporär noch erhöht. Das ist der Punkt, an dem „sensibilisierte Nervenverbindungen“ ins Spiel kommen (sensitized neural pathways).

Hinweis: Die Terminologie (die Fachbegriffe, Anm. des Üb.), die zur Beschreibung von Suchtphänomenen benutzt wird, kann verwirrend sein. Der Ausdruck Desensibilisierung bezieht sich auf ein „generelles Zurückfahren“ der Reaktionsfähigkeit (des Gehirns) auf ALLE Genussreize … d.h. also es handelt sich um eine Veränderung der „Grundlinie“ (auf der „Genußreiz-Skala“, d.h. diese Grundlinie „wandert nach oben“, d.h. wenn Reize „über diese Grundlinie hinaus kommen wollen“, dann müssen sie stärker sein als bisher. Denn erst Reize, die über der Grundlinie liegen bzw. über die Grundlinie hinauskommen, werden überhaupt im Genußzentrum des Gehirns registriert bzw. bewirken eine Erregung. Anm. des Üb.)
Der Ausdruck „Sensibilisierung“ bezieht sich auf „Hyperreaktivität“ bzw. auf eine besonders ausgeprägte „Erregungsfähigkeit“ – aber diese tritt nur als Reaktion auf ganz bestimmte Reize auf, nämlich auf diejenigen, die Ihr Gehirn mit Ihrer Sucht in Verbindung bringt (Anm. des Üb.: bei Pornosucht wären das also Pornos, d.h. auf Pornos reagiert man dann besonders stark („hyperreaktiv“), während gleichzeitig alle anderen „nichtpornografischen“ Reize durch die Verschiebung der Grundlinie ihren Reiz verlieren, was dann also ggf. auch Ihre Freundin bzw. den Sex mit dieser mit einschließt. Oder Geburtstagsparties, einen schönen Sonnenuntergang, ein schöner Schmetterling, soziale Aktivitäten, auf gut Deutsch alles was das Leben (normalerweise) schön macht, das Leben „verliert dann seine Farben“, siehe Erfahrungsberichte! Anm. des Üb.)

Wenn diese zwei neuroplastischen Veränderungen sprechen könnten, dann würde die Desensibilisierung stöhnen: „Ich kann einfach keine Befriedigung kriegen“ (aufgrund der verringerten Dopaminsignale), während der Sensibilisierungsmechanismus Sie in die Rippen stößt und Ihnen zuraunen würde: „He Kumpel(Ine), ich habe da genau das, was du brauchst!“…was genau das ist, was ursprünglich die Desensibilisierung ausgelöst hat. Im Lauf der Zeit kann dieser zweischneidige Mechanismus bewirken, dass Ihr Belohnungsschaltkreis beim kleinsten Hinweis auf Pornographie „heißläuft“, dass dieser aber weniger als „enthusiastisch“ ist, wenn ihm eine reale Gelegenheit (für Sex) geboten wird.

„Ich hatte einmal einen Pornorückfall und obwohl ich dabei keine volle Erektion bekam, konnte ich, als ich mich zu der (Porno-)Seite klickte, die Intensität des „Kicks“ kaum fassen! Ich spürte eine sehr kraftvolle Erregung – es pochte in meinen Ohren, ich hatte einen trockenen Mund und ich zitterte sogar. Ich hatte einen derartigen Kick nicht mehr gefühlt, seit ich am Höhepunkt meiner Pubertät war und einen unerwarteten Blick unter den Rock eines Mädchens werfen konnte!“

Ihr „höheres Gehirn“ bildet eine „Feedbackschleife“

Wie geschieht also nun dieser Vorgang der Sensibilisierung genau? In einfachen Worten gehen bei der Sensibilisierung zwei „sehr normale“ Gehirnmechanismen vor sich, die aber „zu weit gehen“: einmal long term potentiation (LTP), bei der es sich um die (Ver)Stärkung der Synapsen handelt (strengthening of synapses) und long term depression (LTD), bei der es sich um die Schwächung der Synapsen handelt.

Die Long term potentiation (LTP) ist die Basis des Lernens und des Gedächtnisses (learning and memory). Man kann das mit dem Lehrsatz „Nervenzellen, die gemeinsam „feuern“, verbinden bzw. „vernetzen“ sich miteinander“ (nerve cells that fire together, wire together) zusammenfassen. Zunächst gibt Ihr Belohnungsschaltkreis ein Signal ab, dass eine Erfahrung wichtig ist, indem er Dopamin in den präfrontalen Kortex (prefrontal cortex (PFC)) schickt. Je mehr Dopamin freigesetzt wird, als desto wichtiger stuft Ihr Gehirn diese Erfahrung ein.

Im zweiten Schritt reagiert der präfrontale Kortex (PFC) auf das „Dies(e Erfahrung) ist wichtig!“-Signal (1), indem er alles, was mit dieser Belohnung zusammenhängt, „nerventechnisch“ miteinander verknüpft … und bildet dann (2) eine „neuronale Feedbackschleife“, die eine Rückverbindung zum Belohnungsschaltkreis aufweist. Danach bewirkt jeder Gedanke, jede Erinnerung oder jeder (kleinste) Hinweis, der mit einer bestimmten Belohnung „nerventechnisch“ verknüpft wurde bzw. der irgendwie mit der Belohnung in Zusammenhang steht, dass die gesamte Nervenbahn (bzw. alle damit verknüpften, Anm. des Üb.) Nervenbahnen aktiviert werden und dies sorgt dafür, dass der Belohnungsschaltkreis vor Erregung nur so „brummt“. Das können Gerüche sein, die Sie mit Ihrem Lieblings-Burger-Restaurant in Verbindung bringen. Für einen Kater könnte es ein Loch im Zaun sein, das ihm einmal ermöglicht hat, zu einer läufigen weiblichen Katze zu gelangen. Für einen Vogel könnte es ein Mann sein, der gerade dabei ist, ein Vogelhäuschen mit Futter aufzufüllen. Der evolutionäre Zweck dieses ganzen Mechanismus ist es, Ihnen zu helfen, hinsichtlich Sex, Nahrung und „Rock and Roll“ zu wissen, wer wo erreichbar ist, was zu tun ist, wo und wann das alles stattfindet und wie man dabei vorgehen sollte.

Es ist wichtig zu wissen, dass diese (neuronale) „Feedbackschleife“ nicht mit Dopamin „betrieben“ wird, sondern durch Glutamat (glutamate). Beide Neurochemikalien (Dopamin und Glutamat) haben die Fähigkeit, das „Geh und hol Dir das!“-Signal in Ihrem Belohnungsschaltkreis auszulösen. Die Stimulation durch Glutamat ist (allerdings) der Grund dafür, warum die Pornos sie immer noch „heiß machen“ können, selbst wenn der Belohnungsschaltkreis bereits seine Reaktionsfähigkeit auf Dopamin oder auf reale (Sex-)Partnerinnen (vermindert oder) eingestellt hat.

(Das Schema stellt sich also folgendermaßen dar, Anm. des Üb.:)
Belohnungsschaltkreis (Dopamin) à PFC (wo sich (die o.a.) Assoziationen formen) à (neuronale) Feedback Schleife (Glutamat) und dann wieder zurück zum Belohnungsschaltkreis.

Sensibilisierung – die Bildung eines “Supergedächtnisses”

Bis zu diesem Punkt liegen all diese Vorgänge im Rahmen des Üblichen bzw. Normalen. Die Sensibilisierung bewirkt allerdings, dass sich diese normale Korrelation zwischen präfrontalem Kortex (PFC) und der neuronalen, auf Glutamat basierenden Feedbackschleife, die eine Rückverbindung zum Belohnungsschaltkreis aufweist, in drei Schritten in eine Art „(neuronales) Supergedächtnis“ verwandelt:

1. Durch die Sensibilisierung verwandeln sich „explizite Erinnerungen“ (explicit memories) (so wie (Erinnerungen an) Fakten oder Ereignisse) in Gewohnheiten, die auch auch als „implizite Erinnerungen“ (implicit memories) bekannt sind. Ein Beispiel dafür wäre, dass man ohne bewusstes Nachdenken weiß, wie man Rad fährt(, sobald man es einmal gelernt und „automatisiert“ hat, Anm. des Üb.). „Implizite Erinnerungen“, die mit Süchten in Verbindung stehen (Addiction-related implicit memories), wirken wie eine „pavlowsche Konditionierung, die (künstlich, Anm. des Üb.) durch Steroide verstärkt wurde“ – eine solche Konditionierung ist (im Ergebnis) (für den Betroffenen) dann sehr schwer zu ignorieren. Wenn ein vor kurzem noch „trockener“ Alkoholiker an einer Bar vorbeigeht, dann können die auf die Straße dringenden Geräusche wie Gelächter und der Geruch von abgestandenem Bier in diesem bewirken, dass seine dafür sensibilisierten Nervenbahnen „völlig aus dem Häuschen“ geraten, wodurch ein (sehr) starkes Verlangen (nach der Droge, in dem Fall Alkohol) bewirkt wird (bzw. bewirkt werden kann), was im Endeffekt möglicherweise dazu führt, dass alle bewusste Entschlossenheit, sich der Droge zu widersetzen, aus diesem weicht.

2. Der „LTP-Vorgang“ (d.h. die nerventechnische Verstärkung der Synapsen, siehe oben, Anm. des Üb.) stärkt diese neuronale Feedbackschleife auf eine (bestimmte) Art und Weise, sodass nur eine kleine Menge Glutamat notwendig ist, um die Nervenzellen, die für das Signal „Geh und hol Dir das jetzt!“ zuständig sind, zum „Feuern“ zu bringen. Sensibilisierte Nervenverbindungen benutzen einen nicht auf Dopamin basierenden Mechanismus (non-dopamine mechanism), um die Nerven im Belohnungsschaltkreis zu aktivieren – und zwar tun sie dies „auf Biegen und Brechen“ (d.h. um jeden Preis) (Anm. des Üb.: Der Grund dafür ist, weil die Fortpflanzung bzw. die Weitergabe der eigenen Gene in der Natur die höchste Priorität hat). Diese heimtückische Eigenschaft scheint an der Wurzel aller Süchte zu liegen. Ein „Verkehrsstau“ auf der „Hauptverkehrsroute des Dopamins“ hält Sie davon ab, am Sex Gefallen zu finden? Kein Problem, denn Sie haben ja noch eine andere Möglichkeit, Ihr Ziel zu erreichen, aber das ist nur durch eine einzige Art der Stimulation möglich: durch Pornos.

3. Wenn Sie Ihre Sucht daraufhin weiterhin (durch ein entsprechendes „Pornokonsumationsverhalten“, Anm. des Üb.) „befeuern“, bewirkt dies einen dritten Mechanismus in Ihrem Sensibilisierungsprozess, genannt „LTD“ oder „long term depression“. Dies bedeutet, dass das im Belohnungsschaltkreis eingebaute „Bremssystem“ (namens „GABA“, bzw. eine Substanz mit dem Namen GABA) geschwächt wird und dies führt (wiederum) dazu, dass die durch das Glutamat „befeuerten“ „Geh und Hol Dir das!“-Signale (noch) stärker werden. Anstelle der normalen Gehirnaktivität, die man mit einer normalen Autofahrt in einer Stadt – bei der man an jeder Kreuzung auf Querverkehr achtet – vergleichen könnte, sorgen die eigenen sensibilisierten „Pornonervenverbindungen“ dafür, dass man (stattdessen) wie auf einer Autobahn fährt (bzw. „dahinrast“, Anm. des Üb.). Da gibt es keine Ampeln (mehr) und die Pornos sind der einzige BMW M-5 auf der gesamten Strasse.

“Dieses „Wie-von-einem-Autopiloten-gesteuert-sein“ hört sich für mich definitiv vertraut an. Es ist so, als ob man von einem „Dämon, der nach Pornos verrückt ist“ besessen wäre…doch dann, sobald man „damit fertig“ ist, kommt das eigene „wirkliche Selbst“ wieder zurück und wundert sich darüber, was zum Teufel gerade passiert ist und warum man all diese Zeit damit verschwendet hat, sich diese ekelhaften (Porno-)Videos anzusehen.“

Sowohl die Sucht nach Nahrungsmitteln als auch die Drogensucht haben denselben “Hauptschalter”

Der “Hauptschalter”, der diese Veränderungen, die mit (allen) Süchten in Verbindung stehen, auslöst, ist das Protein DeltaFosB. Wenn man große Mengen von Dingen, die natürliche Genussreize auslösen (wie Sex, Zucker oder Nahrungsmittel, die viel Fett enthalten),  konsumiert oder wenn man sich über längere Zeiträume Drogen (wie Kokain etc.) zuführt, dann führt das dazu, dass sich DeltaFosB im Belohnungsschaltkreis (des Gehirns) anreichert („akkumuliert“).

Halten Sie sich dabei vor Augen, dass Drogen (aller Art) (überhaupt) nur deswegen süchtig machen können, weil sie Mechanismen verstärken oder hemmen, die (im Körper, Anm. des Üb.) bereits für natürliche Belohnungen vorhanden bzw. angelegt sind. Das ist der Grund, warum die Amerikanische Gesellschaft für Suchtmedizin eindeutig feststellt (unambiguously states), dass es sich bei der Sucht nach Nahrungsmitteln oder nach Sex um „echte Süchte“ handelt.

Der evolutionäre Zweck von DeltaFosB ist es (evolutionary purpose is to motivate), uns zu motivieren, uns etwas (besonders) dann zu holen, wenn es gerade überreichlich vorhanden ist. Es ist ein „Gelage-Mechanismus“ für Nahrungsmittel (food) und für die Fortpflanzung (reproduction), der in anderen Zeiten und in einer anderen Umwelt (z. Bsp. in der Zeit und der Umwelt unserer Vorfahren, Anm. des Üb.) gut funktioniert hat. Aber in unserer heutigen Zeit macht es dieser (Mechanismus) so einfach, nach Fastfood oder nach Sex süchtig zu werden, wie man „Eins-zwei-drei“ sagen kann.

Dieser Mechanismus löst die Sucht nicht nur aus, sondern er hilft auch dabei, sie für eine ausgedehnte Zeitspanne aufrecht zu erhalten. Tatsächlich wirkt der Mechanismus selbst dann, wenn man den Konsum der Droge bereits eingestellt hat, noch ein oder zwei Monate weiter, was die Wahrscheinlichkeit, dass man einen Rückfall erleidet, erhöht. Darüber hinaus existieren die Erinnerungen, für die der Betroffene sensibilisiert ist (Anm. des Üb.: „Porno-Erinnerungen“) und die durch diesen Mechanismus „ausgelöst“ bzw. „abgerufen“ werden (können), eine unbestimmte Zeit lang weiter. Kurz gesagt bedeutet das, dass alles, was Sie (subtil) an Pornos erinnert, Sie möglicherweise noch eine lange Zeit lang „elektrisiert“ (sexuell erregt etc., Anm. des Üb.)(, auch wenn Sie den Pornokonsum schon seit längerer Zeit eingestellt haben, Anm. des Üb.).

Man kann die „Neuroplastizität der Sucht“ daher mit folgendem Schema zusammenfassen:

Fortgesetzte Konsumation (irgendeiner Droge) –> Ausschüttung von DeltaFosB –> Aktivierung von Genen –> Veränderungen in den Synapsen –> Sensibilisierung und Desensibilisierung. (Lesen Sie zu diesem Thema, wenn Sie weitere Details darüber wissen wollen, den folgenden Link: The Addicted Brain.) Scheinbar führt die Desensibilisierung letzten Endes (desensitization eventually leads) zu einer Erosion der bewussten Willenskraft („Hypofrontalität“), bei welchem Phänomen es sich um ein weiteres Hauptmerkmal von Süchten (aller Art) handelt.

Sensibilisierte Nervenbahnen und der Entzug…uff

Nehmen wir einmal an, Sie entscheiden sich dafür, das „ultimative Opfer“ zu bringen und hören damit auf, sich Pornos anzusehen. Wahrscheinlich werden Sie sich (dann) eine ganze Zeit lang schlecht fühlen. Halten Sie sich vor Augen, dass Ihr Gehirn Ihre heftige Pornonutzung als „genetischen Hauptgewinn“ interpretierte…es dachte, dass sie sich bei jeder einzelnen Ejakulation fortpflanzen (bzw. „Babys machen“) würden…und es machte (extra) ein „Supergedächtnis“, um sicherzustellen, dass Sie Ihren „wertvollen“ „Schwarm schöner „Frauen““ nicht verlassen.

Jetzt, da Sie Ihrem Gehirn (sozusagen) Widerstand leisten, indem Sie sich enthalten, sinkt Ihr (durch die Pornonutzung, Anm. des Üb.) bereits niedriger Dopaminspiegel (low dopamine drops) noch weiter ab. Außerdem schießt die Menge der Stresshormone CRF und Norepinephrine (CRF and norepinephrine) nach oben. Die Desensibilisierungsvorgänge in Ihnen übersteuern völlig, daher hat eine reale Partnerin (bzw. ein realer Partner, denn auch Frauen sind von der Problematik betroffen, Anm. des Üb.)  keinerlei Chancen. Es ist kein Wunder, dass die meisten „Kerle“ derart intensive Entzugssymptome durchmachen (intense withdrawal symptoms). Sie empfinden, wenn Sie („nur“) (ganz) normal stimuliert werden, NOCH weniger angenehme Gefühle als jemals zuvor, sie fühlen sich NOCH unruhiger und Sie versuchen, mit der EINEN SACHE aufzuhören, die überhaupt noch in der Lage ist, Ihren Belohnungsschaltkreis zu aktivieren. Das sind gute Gründe, warum Süchte (aller Art) so schwer zu besiegen sind.

Und es kommt noch schlimmer, denn während der Enthaltsamkeit werden die sensibilisierten Nervenbahnen, die (zu diesem Zeitpunkt als einzige, Anm. des Üb.) fähig sind, den Dopaminspiegel anzuheben, noch stärker (grow even stronger). Das ist dann so, als ob das „Genusszentrum“ im Gehirn nach Stimulation schreit, aber nur die Droge, die der Sucht zugrunde liegt, kann diese Stimulation liefern. Die Äste („Dendriten“), die sich auf den Nervenzellen befinden und welche die entsprechenden Belohnungssignale auswerten, bilden eine sehr große Menge von zusätzlichen Ästchen (become “super spiny.”). Dieses zu starke Wachstum dieser entscheidenden Nervenstückchen macht es möglich, dass mehr synaptische Verbindungen (mit anderen (sensibilisierten) Nervenzellen, Anm. des Üb.) gebildet werden können, was zu einer größeren (sexuellen bzw. „nerventechnischen“, Anm. des Üb.) Erregung führt(, wenn der Betreffende den entsprechenden (Porno-)Reizen ausgesetzt wird bzw. sich diesen aussetzt, Anm. des Üb.). Das ist so, als ob Ihnen vier Paar „Extra-Ohren“ wachsen würden, während sie bei einem „Spinal Tap“ Konzert in der Menge feststecken und nicht wegkönnen (Anm. des Üb.: Spinal Tap ist vermutlich eine sehr laute Musikband). Wenn man dann noch dem kleinsten (subtilen) Hinweis auf die Droge (Pornos) ausgesetzt ist oder Gedanken (an Pornos) hat, wird Glutamat ausgeschüttet, das Ihren Belohnungsschaltkreis unter „Dauer-Trommelfeuer“ nimmt…und als Folge davon erreicht die Stärke Ihres Verlangens 11, auf einer Skala von 1 bis 10.

Während der Wiederherstellungsphase (z. Bsp. während des Neustart-Prozesses bzw. ggf. auch noch eine gewisse Zeit danach, je nach individueller Konstitution, Anm. des Üb.) ist es leicht, den Effekt aktivierter, sensibilisierter („Porno-„)Nervenbahnen mit „echter Libido“ zu verwechseln. Das trifft besonders dann zu, wenn Sie zu irgendeinem Zeitpunkt während Ihrer Wiederherstellung den typischen, radikalen Libidoverlust (drop in libido) erleben. Während dieser „Phase der totalen sexuellen Flaute“ („Flatline“) kann es immer noch passieren, dass irgendein (subtiler) Hinweis auf Pornos Sie in einen sexuellen Erregungszustand versetzt und dass dieser (Hinweis) sogar eine „imposante Erektion“ bei Ihnen auslöst. Das kann Sie zu dem Fehlschluss verleiten, zu glauben, dass Pornos die Heilung für Ihre angeschlagene Libido wären. Aber die „wahre Heilung“ besteht darin, geduldig so lange zu warten, bis sich die (nerventechnischen) Strukturen in Ihrem Gehirn Ihrer neue Lebensweise angepasst haben. In dieser Zeit sind alle sonstigen Stimulanzien (d.h. alle, die nichts mit Pornos zu tun haben, Anm. des Üb.) – einschließlich Ihrer Partnerin – für Sie weniger erregend.

„Ich hatte den Neustart-Prozess (bzw. meinen „Wiederherstellungsprozess“) bereits zwei Monate lang durchgeführt, als ich auf einem Erwachsenenkanal nur flüchtig einen Blick auf einen „nackten Hintern“ erhaschte. Ich schwöre, das fühlte sich an, als wäre mir in diesem Augenblick irgendeine Droge injiziert worden. Ich hatte das größte Verlagen „in meinem Penis“ und in meinem Geist, dieses Programm wieder einzuschalten. Buchstäblich rannte ich daraufhin über die Treppe nach oben und begann, mir die Zähne zu putzen (Anm. des Üb.: das ist also eine der Strategien des Beitragsschreibers, mit der er sich davon abhält, einen Pornorückfall zu erleiden). (Denn) Wenn ich unten geblieben wäre, hätte ich mit 100%iger Sicherheit einen Rückfall erlitten. Ich konnte fühlen, wie ein Teil von mir schrie: „WAS ZUM TEUFEL MACHST DU DA, MANN? GEH WIEDER NACH UNTEN!!!!!!!!!“. Ich geriet ins Schwanken und rang nach Luft. Nach 8 Minuten, in denen ich ständig meine Zähne putzte, war ich wieder in meinem “Normalzustand” angelangt.“

Die Wiederherstellung (bzw. der Neustart-Prozess) bewirkt, dass sich die sensibilisierten Nervenbahnen in „Papiertiger“ verwandeln

Trotz ihres enormen Einflusses verlieren die sensibilisierten Nervenbahnen, letzten Endes, ihre Macht über Sie, und zwar sobald Ihr Gehirn wieder in seinen „Normalzustand“ zurückkehrt…(und) dann verschaffen Ihnen alltägliche Freuden (auch) wieder mehr Befriedigung. „Pixel anzustarren“ wird dann (von Ihrem Gehirn) als eine „sinnlose Übung“ angesehen und schlussendlich lässt Ihr Gehirn es zu, dass die sensibilisierten Nervenbahnen schwächer werden, während es zum selben Zeitpunkt diejenigen Nervenbahnen stärkt, die mit anderen viel versprechenden Belohnungen in Verbindung stehen (wie einer echten Partnerin).

Im Folgenden beschreiben „Kerle“, wie sich diese (grundlegende) (gehirntechnische) Veränderung anfühlt. Halten Sie sich vor Augen, dass die meisten von ihnen durch eine schwere Entzugsphase gegangen sind und dass sie einen Monat lang (oder mehrere Monate lang) nicht masturbiert haben und dass sie (in dieser Zeit) jegliche Pornonutzung vermieden haben.

* In der Vergangenheit (d.h. während des Neustart-Prozesses oder davor, Anm. des Üb.) bekam ich ein intensives sexuelles Verlangen danach, mir wirklich extreme Hardcore-Pornoszenen anzusehen. Aber jetzt beginnt jegliches derartiges Verlangen zu verschwinden. Ich brauche nicht mehr länger gegen mich selbst zu kämpfen, ob ich eine Pornoseite besuchen sollte oder nicht – stattdessen möchte ich mir lieber eine wirklich hübsche, gut „geformte“, heiße Frau ansehen…selbst dann, wenn sie Kleidung trägt. (Anm. des Üb.: gemeint ist hier also wohl „in Echt“ bzw. „in natura“). Es ist so, als ob ich mich wieder in den Zustand „zurückentwickle“, in dem ich war, als ich noch niemals Hardcore-Pornos angesehen hatte – als mich subtile sexuelle Hinweise noch (sexuell) (stark) erregen konnten. Das ist toll und aufregend! Ich erinnere mich an die Zeit, als ich es vor (vielen) Jahren schaffte, von stark gezuckerten Getränken („Softdrinks“, Anm. des Üb.) loszukommen – ich trank damals nämlich pro Tag fünf oder mehr Coca Cola Getränke (Anm. des Üb.: Die genaue Menge ist nicht spezifiziert, es ist nur von „drinks“ (Getränken) die Rede). Ich dachte niemals, dass ich (nach diesen Getränken) süchtig wäre, aber als ich sie (dann) aufgab, verspürte ich bei jedem Essen ein starkes Verlangen nach Coca Cola. Einfach nur Wasser zum Trinken zu haben, fühlte sich seltsam an. Aber nachdem ich mich ungefähr 2 Monate lang davon fernhielt, war dieses Verlangen vollkommen verschwunden. Es gab keine Spur mehr davon. Ich habe seither (nur) eine einzige Cola getrunken und ich mochte diese nicht wirklich – mir wurde klar, dass ich (jetzt) tatsächlich Wasser bevorzuge.

* In der Zeit, in der meine PMO-Sucht am stärksten war, konnte ich mich auf praktisch gar nichts (mehr) freuen, mir graute davor, zur Arbeit zu gehen und ich empfand den sozialen Umgang mit Freunden und mit meiner Familie als nicht gerade großartig, besonders im Vergleich zu meinen „Porno-Ritualen“ (bzw. „PMO-Ritualen), die mir mehr (sinnliches) Vergnügen und mehr Stimulation gaben, als alles andere (in meinem Leben). Da diese Sucht in meinem Leben nun nicht mehr vorhanden ist, machen mich all die „kleinen Dinge“ wirklich froh und ich stelle fest, dass ich oft lache, oder ohne Grund lächle und dass ich allgemein (häufig) in einer guten Stimmung bin. Ich dachte, dass ich ein Pessimist sei, aber in Wirklichkeit war ich einfach nur ein Süchtiger. Heute habe ich eine spontane Erektion bekommen, die mehr als 25 Minuten lang angehalten hat. Ich spürte (trotzdem) nicht wirklich das Verlangen danach, zu masturbieren. Ich lag einfach nur da, genoss das Gefühl und dachte darüber nach, wie weit ich es geschafft habe.

* Ich habe festgestellt, dass meine Träume „sexorientierter“ und surrealer werden, je länger ich mich enthalte und dass ich (als Reaktion darauf) nicht mehr einfach nur daran denke, mich vor meinen Computer zu setzen und zu masturbieren. Außerdem möchte ich, wenn ich ein attraktives Mädchen sehe, während ich draußen unterwegs bin, eher masturbieren, als mir Pornos anzusehen. Früher hatte ich niemals das Verlangen danach, „einfach nur zu masturbieren“, sondern ich wollte (zusätzlich) Pornos ansehen.

* Ich habe immer noch „Porno-Flashbacks“: (blitzartig auftauchende Erinnerungen an) Pornostars oder (Teile von) Pornoszenen. Am Anfang meines Neustart-Prozesses, in den ersten paar Wochen, führten diese „Flashbacks“ dazu, dass ich ernsthaft darüber nachdachte, zu masturbieren oder mir Pornos anzusehen. Jetzt aber ist es so, dass ich, wenn ich diese (Flashbacks) kriege, nicht wirklich das Bedürfnis danach verspüre, diese Dinge zu tun. Ich kriege einen leichten „Kick“ in meinem Kopf, wenn ich diese Bilder sehe, aber das war es dann auch schon. Ich bin fähig, diese Bilder ziemlich schnell und ohne Konsequenzen wieder „abzuschütteln“. Ihre Macht wird schwächer.

* In der Vergangenheit nahm ich Schönheit natürlich (schon) wahr, aber ich FÜHLTE niemals das VERLANGEN, (wirklich) mit einem Mädchen zusammen zu sein. Ich richtete meinen gesamten Sexualtrieb auf die Pornos. Alles, was irgendwie sexuell war, WAREN für mich (die) Pornos. Ich konnte mir niemals vorstellen, dass dieser Kerl mit diesem Penis (gemeint ist hier wohl er selbst, Anm. des Üb.) realen Sex mit einem realen Mädchen haben könnte. Jetzt habe ich das Gefühl, dass Sex die natürlichste Sache ist, die man überhaupt tun kann. „Verdammt noch mal ja, es ist (mir) möglich, (wirklichen) Sex zu haben. Verdammt noch mal ja, es gibt da jede Menge Mädchen da draußen, die es gerne mit mir tun würden!“ Ganz plötzlich erscheinen mir diese selbstzerstörerischen, negativen Gedanken (Anm. des Üb.: wie dass man nicht mit Frauen flirten könne, oder dass man nie Sex mit einem Mädchen haben könne, oder dass man nicht „gut genug“ sei etc. etc. etc.) so dumm und sie erscheinen mir als eine so große Zeitverschwendung. Endlich fühle ich das, was die meisten Männer fühlen. Und es ist großartig.

* Letzten Endes entschloss ich mich, zu ein paar Pornos zu masturbieren. Aber eine Sache war (dabei) merkwürdig: Ich schien aus den Pornos nicht dasselbe Maß an Genuss ziehen zu können, an das ich mich erinnerte. Selbst das Ansehen meiner „Lieblings-Szenen“ änderte daran nichts. Die Pornos waren, auf eine gewisse Art und Weise, (sogar) ein wenig langweilig. Doch auch, wenn sie nicht so „gut“ waren, wie ich sie in Erinnerung hatte, so zogen sie mich doch in ihre Richtung. Doch (eben) weil die Pornos bei Weitem nicht so toll waren, wie ich sie in Erinnerung hatte, wird es mir leichter fallen, mich ihnen nicht wieder zuzuwenden.

* Als ich zum ersten Mal wieder mit dem Masturbieren begann, da konnte ich fühlen, wie mein „Gehirn nach den Pornos suchte“. Es wird schwer werden, das zu erklären…da gab es einen Ort in meinem Gehirn, an dem der ganze „Pornomüll“ gespeichert wurde (Erinnerungen, das Verlangen etc.). Als ich mir selbst die Pornos vorenthielt, fühlte ich buchstäblich, wie in diesem Teil meines Gehirns „alles zusammenbrach“ bzw. wie sich dort ein „Gefühl der Leere“ ausbreitete. So als ob das alles dort nicht mehr existieren würde und mein Gehirn sich dessen bewusst (werden) würde. Es war so, als ob man mit seinen Händen klatscht und das Gehirn erwartet, dass sich irgendwas zwischen den Händen befindet, aber dann wird ihm klar, dass dort nichts ist, außer Luft.

Kurz zusammengefasst kann es also sein, dass (subtile) Hinweise auf Pornos immer noch ein starkes Gefühl der ERWARTUNG bzw. der VORFREUDE in Ihnen auslösen können. Doch sobald man für „wirkliche Genussreize“ empfänglicher wird, erscheint einem das Masturbieren zu Pixeln zunehmend sinnlos und „unerfüllend“ (bzw. nicht erfüllend). Natürlich – wenn man sich (sexuell gesehen) wieder ausschließlich der Pornonutzung zuwendet, dann beginnt der ganze Sensibilisierungsprozess wieder von vorne. In anderen Worten, (auch) wenn Sie es schaffen, Ihre (natürliche) sexuelle Funktionsfähigkeit (z. Bsp. durch den Neustartprozess, Anm. des Üb.) wiederherzustellen, schützt Sie das nicht vor (möglichen) (Porno-)Exzessen in der Zukunft.

Auf welches „Ereignis“ haben Sie sich (die ganze Zeit über) vorbereitet bzw. für welches Ereignis haben Sie trainiert?

Leider ist es so, dass (gerade) die jungen „Kerle“ (Jugendliche), die auf unsere Seite (YBOP www.yourbrainonporn.com) kommen und die unter „pornoinduzierter sexueller Dysfunktion“ leiden, es am Schwersten haben, ihr Gehirn „neu zu vernetzen“ (lesen Sie dazu den Artikel „junge Pornonutzer brauchen länger, um ihr „Mojo“ zurück zu gewinnen Young Porn Users Need Longer To Recover Their Mojo ). Im Folgenden können Sie ein typisches Szenario lesen(, das sich bei einem dieser Jugendlichen abgespielt hat):

“Als ich meine „Jungfräulichkeit“ verlor, fühlte sich das nicht wirklich besonders gut an. Ich war tatsächlich (eher) gelangweilt. Ich verlor meine Erektion nach vielleicht 10 Minuten. Sie wollte mehr Sex, aber ich war „fertig“. Als ich bei der nächsten Gelegenheit versuchte, mit einem Mädchen Sex zu haben, war es eine Katastrophe. Ich hatte (zwar) zuerst eine Erektion, aber ich verlor sie wieder, bevor ich überhaupt (in sie) eindringen konnte. Ein Kondom zu benutzen, kam gar nicht erst in Frage – meine Erektion war einfach nicht hart genug.”

Normalerweise beginnen „Kerle wie er“ im Alter von 11 Jahren mit intensiver Pornonutzung und versuchen ein weiteres Jahrzehnt lang (erst gar) nicht, mit einer (realen) Sexpartnerin Sex zu haben. Sie haben (ihr Gehirn) auf den „superhochoktanigen Treibstoff“ in Form von immer neuen Internetpornos ausgerichtet (bzw. haben ihr Gehirn entsprechend „vernetzt“) und es ist möglich, dass ihr Gehirn einen Teil ihres kaum benutzten „Paarungsschaltkreises“ „zurückstutzt“, wenn sie das Erwachsenenalter erreichen.

Wenn sie (dann) auf „reale Partnerinnen wechseln“ (d.h. zu „normalem Treibstoff“, Anm. des YBOP Seitenbetreibers), kann es noch eine Weile lang vorkommen, dass sie (sexuell) mehr schlecht als recht funktionieren (to ping along) und dass sie dann und wann sexuell versagen (to stall out). Einige von ihnen müssen einen konzentrierten Kraftakt unternehmen, der darin besteht, genügend Zeit mit potenziellen Partnerinnen zu verbringen und müssen geduldig sein, während ihr Gehirn damit beschäftigt ist, sich auf ihre neue Lebensweise einzustellen. Sie brauchen manchmal 4 Monate oder länger, bis sie fähig sind, (auf eine sexuell) normal(e Art und Weise) auf potenzielle Partnerinnen zu reagieren. Dabei kann ihnen eine „Kuschelpartnerin“ (cuddle buddy) helfen.

Im Gegensatz dazu haben “Kerle”, die sich („gehirntechnisch“, Anm. des Üb.) (bereits) auf reale Partnerinnen eingestellt hatten, bevor Sie Zugang zum Hochgeschwindigkeitsinternet (und den darin enthaltenen Pornos, Anm. des Üb.) erhielten, immer noch ein gut auf reale Partnerinnen eingestelltes „Nervennetz“. Die meisten von ihnen bemerkten (daher) so lange keine (sexuellen) Leistungsprobleme, bis sie ihre Gehirne durch die synthetische (Porno-)Stimulation aus dem Breitband-Internet überlasteten. Wenn diese dann mit den Pornos aufhören, „springt“ Ihr Belohnungsschaltkreis (recht bald wieder) in seinen alten(, normalen) Zustand zurück. Dann sehen potenzielle Partnerinnen für sie (sexuell gesehen) automatisch wieder „heiß“ aus. Die meisten von ihnen brauchen ungefähr 2 Monate, bis dies geschieht, aber ein 50-jähriger hat vor kurzem davon berichtet, dass er – nach drei Jahren, in denen er unter durch Pornos ausgelöster erektiler Dysfunktion litt – nur 8 „pornofreie Tage“ brauchte, um (sexuell gesehen) wieder „in den Sattel zurückzukommen“.

Wenn Pornos der einzige Weg sind, durch den Sie einen Orgasmus erreichen können, dann bedeutet das, dass Sie die Nervennetzwerke in Ihrem Gehirn auf das „falsche Ziel“ ausgerichtet haben. Es ist nicht so, dass (weibliches) Gekicher und ihr entsprechendes sexuelles Verhalten (wiggle) nicht (sexuell und sonstig) „ansprechend“ wäre. Das ist (sehr wohl) der Fall. Aber während der Zeit, in der Ihr Belohnungsschaltkreis (im Gehirn) gegenüber normalen Genussreizen desensibilisiert ist, ist das Gefühl, das Sie in Ihren „Eingeweiden“ haben, wenn Sie auf reale Sexualpartnerinnen treffen, nicht von besonderer Begeisterung geprägt (bzw. kommt dieses Gefühl eigentlich eher aus Ihrem Gehirn). Der einzige Grund, warum die (nerventechnischen, Anm. des Üb.) „Pornosignale“ überhaupt noch fähig sind, einen (sexuellen) Effekt bei Ihnen auszulösen, ist, weil Sie einen „neuronalen Vorschlaghammer“ erschaffen haben, der stark genug ist, um eine Reaktion in Ihrem betäubten Belohnungsschaltkreis zu bewirken – wenigstens dann, wenn sie sich Pornos ansehen.

Realer Sex ist flirten, ist berühren, ist Berührt-Werden, sind Gerüchte, Pheromone, sind die (emotionale u.a., Anm. des Üb.) Verbindung und die Interaktion mit einem anderen Menschen. Internetpornos (jedoch) sind „2D-Voyeurismus“, sind das Herumklicken auf einer Maus, sind das Suchen, die vielen geöffneten Browsertabs, sind Isolation, sind konstante „Neuheiten“, sind ein Harem und die Interaktion einzig und allein mit Ihrer eigenen Hand.

Um eine Analogie aus dem Sport heranzuziehen…auf welches Ereignis haben Sie sich die ganze Zeit über vorbereitet bzw. auf welches Ereignis haben Sie die ganze Zeit über „hintrainiert“? Wenn Sie (den Sport) Ringwerfen (shoot hoops) wie ein Profi ausüben wollen, dann verbringen Sie Ihre Zeit normalerweise nicht damit, (stattdessen) golfen zu gehen. Haben Jahre der Internetpornonutzung bei Ihnen einen Mangel an Übereinstimmung zwischen dem, was Ihr Gehirn sich erwartet (bzw. Sie sich erwarten) und dem, was in einer realen sexuellen Situation passiert, geschaffen? Dann ist es Zeit, Ihr Gehirn nerventechnisch neu zu „vernetzen“…


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